Wort - Gewalt - Tat

Wie über Flucht und ihre Ursachen, wie über flüchtende Menschen gesprochen wird, in den Medien und auf der Straße, 

in der Öffentlichkeit, in der Politik: die Gewalt, die von Worten wie Obergrenze oder Flüchtlingsschwemme ausgeht

und in Gewalttaten mündet, werden wir in Sprachakten, Körperaktionen, Musik - und Geräuschakten darstellen.

Vor 100 Jahren wurde in Zürich von Flüchtlingen (Schriftstellern, Malern,Theaterleuten) das Cabaret Voltaire gegründet.

Heute fliehen wieder Millionen vor Krieg, Gewalt, politischer Unterdrückung und Hunger, suchen Unterkunft und vielleicht

eine neue Heimat.

In der Form, in der Ernst Jandl das Erbe des Dadaismus weiterentwickelt, in der Sprache sezierenden Form der von uns

so genannten JANDLESKE greifen wir das alte und aktuelle Thema der Flucht auf. Die Fluchtursachen, die Fluchten und

die Ankünfte/Abweisungen werden nicht erzählerisch oder dramatisch geschildert, sondern durch Transformationen

der im Kontext, teils als Schlagworte benutzten Worte und Begriffe erkennbar gemacht . Eine Handlung gibt es nicht,

es wird das „Sprechen über“ (Menschen, Beziehungen, Gesellschaft, Situationen) ver-handelt und seziert. Worte werden

so lange verändert, bis ihr Gehalt zu Tage tritt.

Als poetischen Gegensatz zur dekonstruierenden Sprachform setzen wir Texte afrikanischer Autoren, die von den gleichen Themen

handeln, jedoch in anderer ästhetischer Form. Sie werden von einer Sprecherin und einem afrikanischen Griot vorgetragen. Die Texte

stammen aus dem Werk "Afrika im Gedicht" von Al Imfeld, erschienen 2015 bei Offizin, Zürich; sowie von Muepu Muamba, einem

kongolesischen Autor, der in Frankfurt lebt.

 

Ästhetische Umsetzung: Sprachakte, Körperakte, Geräusche und Musikaktionen lassen eine dissonante Einheit entstehen.

Das vorrangige Mittel der Darstellung ist der Sprachakt, erst in zweiter Linie die darstellende Aktion der Schauspieler.

Im Sprachakt wird der Inhalt und die Emotion, die sich mit ihm verbindet, durch Lautmalung und Artikulation,

dann erst durch Bewegung und Geste und Konstellation aus-gedrückt.

Projektphase:

Der Text wurde und wird weiterhin mit Professionellen aus der Migrationsarbeit (Kirchen, Pro Asyl und anderen) diskutiert.

Premiere am 12. Januar 2017, weitere Aufführungen am 13. und 14. Januar, sowie am 28. Februar und 1. März, jeweils 20.00.

Performative Lesungen: 10. 6.2017 (Berlin); am 21.10.2017  um 20.00 im Gallustheater mit Aziz Kuyateh und Ulrich Meckler

Ort: Gallustheater Frankfurt; Kleyerstraße 15

 

Akteure         Oliver Augst, Barbara Englert, Iris Reinhardt Hassenzahl, Ulrich Meckler,  Elisabeth Uloth       

Musik            Anka Hirsch, Beate Jatzkowski,  Aziz Kuyateh

Bühne           Ulrich Meckler

Grafik           Stefan Gey (Berthold Druck Offenbach)

Text             Ulrich Meckler; afrikanische Lyrik aus dem Band: "Afrika im Gedicht" Hg. von Al Imfeld

Komposition Anka Hirsch

Regie            Ulrich Meckler 

Fachliche Beratung: Javad Adineh, Bernd Mesovic (pro asyl)

Gefördert durch: Stadt Frankfurt(Kulturamt); Land Hessen (HMWK); Naspa Stiftung; Stiftung Citoyen; Frankfurter Sparkasse; pro asyl

                                                        

Gesamter Text :                           Rezensionen      FR 14.1.17      FAZ 14.1.17     StrandgutVorschau  Strandgut 3/17        Landbote online

Demo der AutorenlesungG.

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